29.02.2004
So gut wie keine Erwähnung im deutschsprachigen Raum findet die Filmmusik des Australiers Paul Grabowsky zum Schepisi-Film Last Orders. Das ist schade, denn die Musik ist originell und vermag den Zuschauer gut zu unterhalten. Stilistisch zeigt sich die Musik in jazzig-bluesigem Timbre. Die Stimmung wird sofort zu Beginn durch ein Bariton-Saxofon festgelegt. Das Saxofonspiel zieht sich durch den ganzen Score und verleiht diesem die für den Film erforderliche nostalgisch-melancholische Stimmung. Die ersten Tracks fallen schwermütig aus, entweder durch die Saxofon-Soli oder auch Duette mit einem Cello. „Sweet Relief" – Süße Erleichterung – klingt durch abwechselnde, schnelle Läufe von Saxofon und Cello wie ein sinnloser Dialog. Überhaupt fällt auf, dass der Score auf elegante Weise kontrastreich ist. Die tiefen Klangsphären werden durch das „Love Theme", welchem man getrost Suchtgefahr bescheinigen kann, vorzüglich ergänzt. Ein atemberaubend schönes Klaviersolo (1:21) und entspannte Jazz-Stimmung (HiHat, Bass) laden ein zum Abtauchen. Das „Love Theme" ist ein Stück Musik, dem man besondere Aufmerksamkeit zollen sollte. „Detour" überrascht mit Trompete und gewitztem Klavierspiel. Fast schon rasant, aber doch dezent verleiht Grabowsky seiner Musik Tempo. Das tiefe Saxofon darf sich zurückhalten, verschwindet aber nie ganz und brummelt „mahnend" über (oder unter?) dem fröhlichen Musikverlauf. „You´re Beautiful" wirkt durch seine hohen Streiher- und tiefen Klavierklänge in Moll sentimental. Dieser kurze Cue bildet einen musikalischen Kontrast zum bereits Gehörten in „Love Theme" und „Detour". „Goodbye Jack" ist der längste Track auf der CD, welcher das Leitmotiv mal mit Klavier, Cello, Saxofon, Streichern oder Trompete präsentiert. Vorzüglich und besonders erwähnenswert ist wiederum das Klavierspiel gegen Ende. Mit leichter Hand und viel Gefühl vorgetragen berührt es das Herz des Hörers. Mit dem Klavier ergänzt sich gelegentlich auch ein lateinamerikanisches Xylophon. Entweder antizipiert das Xylophon das Klavier oder es begleitet dieses. Fazit: Paul Grabowsky hat mit seiner Komposition zu Last Orders einen tollen Score erschaffen, den man jedem, der Musik mag problemlos empfehlen kann. Wer nicht zugreift, ist selbst schuld.
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