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Kurzkritiken - Ice Age: The Meltdown
08.10.2006

Ice Age: The Meltdown - John Powell
Varèse Sarabande / 2006
32 Tracks / 62:58 min

Im heutigen Filmbetrieb, wo Wohl und Wehe eines Streifens mehr denn je von Faktoren wie Spezialeffekten und Starbesetzung abhängen, scheint der moderne Animationsfilm diesbezüglich eigenen Gesetzen zu gehorchen. Im noch jungen Genre lässt sich, trotz ständig wachsender Möglichkeiten der Computertechnologie, ohne gut entwickelte Storys und originelle Ploteinfälle kein Blumentopf gewinnen – egal, wie vollmundig die technischen Features der Filme auch beworben werden. Bester Beweis für dieses Phänomen: Ice Age von 20th Century Fox, der rein technisch schon bei seinem Erscheinen 2002 deutlich hinter Konkurrenzproduktionen (wie Monsters, Inc) zurückfiel. Allein dank seiner in Teilen urkomischen Handlung stellt der nur 81-minütige Film jedoch einen der beliebtesten Vertreter seines Genres dar.

 

Dass ein derartiger Erfolg nicht ohne Fortsetzung bleiben konnte, war abzusehen. Im April dieses Jahres kam mit Ice Age 2: Jetzt taut’s endlich der heiß erwartete zweite Teil in die Kinos. Musikalisch betreut wurde das neue Abenteuer der possierlichen Eiszeitbewohner Manni, Sid und Diego von John Powell – was fast auf der Hand lag, hat doch der rührige Brite seinem Vorgänger Randy Newman als Spezialist für Animationsfilme mittlerweile den Rang abgelaufen.

 

Nach den hervorragenden Robots aus dem Vorjahr offenbart der gut einstündige Soundtrack zu Ice Age 2 erstmals leichte Ermüdungserscheinungen: Trotz respektablem handwerklichen Geschick und gutem thematischen Einfall hinterlassen viele Passagen zwar einen sauber routinierten, jedoch längst nicht mehr so packenden Eindruck wie noch im vorgenannten Score. Der Komponist zeigt in Schlüsselmomenten des wieder sehr turbulent geratenen Stilcocktails nach wie vor Pfiff in der Instrumentierung, zwischenzeitlich fällt allerdings immer wieder Leerlauf auf.

 

Doch sollte man sich nicht über Gebühr beklagen: Für den Zusammenhalt der Musik sorgt ein flottes und im weiteren Verlauf zufriedenstellend variiertes Hauptthema, dessen leicht jazzige Note Powell im Eröffnungstrack „The Waterpark“ mit (dezenten) Big Band-Effekten unterstützt. Im selben Track stellt der Komponist außerdem ein launiges Thema für Sid vor, das meist von Oboe vorgetragen und mit Pizzicati umspielt wird. Es dominiert vor allem die (nicht allzu zahlreichen) reinen Cartoonmomente des Scores. Dazu einen angenehmen Kontrast bietet das warmes Liebesthema für Gitarre und Streicher („Log Moving“).

 

Anhand dieser drei Einfälle zeigt sich auch die Vielseitigkeit der Partitur: Vom zarten Lullaby („Goodnight Sweet Possums“) über robuste Action („Attack from Below the Ice“) bis hin zu (Pseudo-)Epischem samt Chor („Ellie Gets Trapped“) reicht die Palette. Ein Höhepunkt der Musik sind mehrere toll arrangierte Musical-Einlagen („Sid’s Sing-A-Long“, „Food Glorious Food“). Auch das von Powell abgewandelte „Scherzo" aus Khatchaturians „Spartacus“ (Track 29) hat seine Qualitäten.

 

Trotz der oben gemachten Einschränkungen dürfte das Album potenzielle Käufer mehr als passabel unterhalten. Die Varèse-CD fließt trotz ihrer 32 Tracks recht ordentlich und klingt tadellos. Obwohl Ice Age: The Meltdown etwas zu sehr auf bewährte Schemata setzt, verfestigt sich zugleich der Eindruck, dass John Powell unter den Zöglingen Hans Zimmers noch immer der vielseitigste und fähigste ist.
Jonas Uchtmann, 08.10.2006


3.5 von 6 Punkten


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