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Rezensionen - Man from U.N.C.L.E., The (2)
 


Jerry Goldsmith
-

2002 veröffentlichte FSM eine Doppel-CD mit Musik aus allen vier Staffeln der TV-Kult-Serie The Man From U.N.C.L.E. und setzte damit Maßstäbe für Veröffentlichungen früher TV-Musik. Das Album wurde laut Kendall innerhalb von einigen Wochen zu einem der am häufigsten von FSM gekauften Artikel und die starke Nachfrage veranlasste FSM, 2003 eine weitere Doppel-CD mit Musik aus allen vier Staffeln zu veröffentlichen. Die berechtigte Sorge, es könne sich hier um ein schnell produziertes Album mit ausschließlich belanglosem Füllmaterial zum schnellen Geldverdienen handeln, entpuppt sich beim genauen Hinsehen und – vor Allem – Hinhören als unbegründet, denn auch dieses Mal hat FSM ein absolut hochwertiges Album produziert, das sich weder editorisch noch musikalisch vor der ersten Zusammenstellung verstecken muss.

Obwohl der Komponist des Themas und der Pilotfolge – Jerry Goldsmith – auf dem ersten Album bereits mit rund 40 Minuten Laufzeit bedacht wurde, präsentiert FSM auf der ersten CD 22 weitere Minuten unveröffentlichtes Material aus den drei von Goldsmith vertonten Episoden. Wie bereits auf dem ersten Album überzeugt hier besonders die Musik zu der ersten Folge „The Vulcan Affair“ mit leichtfüßigen Jazz-Elementen wie in „The President Gets a Mickay“ und spannenden Suspensepassagen in „Steam Treatment“. Recht zäh gestaltet sich die Suite no. 2 zu „The Deadly Games Affair“, da alle markanten musikalischen Momente schon auf der ersten Zusammenstellung mehr oder weniger enthalten sind und besonders die schon auf Vol. 1 durch viele Suspense-Passagen ermüdende „King of Knaves Affair“ hält nahezu keine Überraschungen bereit.

Trotzdem scheint FSM ein bisschen dazu gelernt zu haben, da fast keine der Suiten eine Laufzeit von durchschnittlich sechs Minuten überschreitet. Besonders bei klein besetzter TV-Musik mit viel Spannungsmomenten ist weniger mehr. Das beweisen die durchweg abwechslungsreichen Suiten zur ersten von Morton Stevens vertonten Episode – „The Iowa Scuba Affair“ –, die schon viel vorwegnimmt, was der Komponist auf der auf Vol. 1 zu hörenden „Double Affair“ verfeinern sollte, sowie Lalo Schifrins südamerikanisch angehauchte Musik zu „The Ultimate Computer Affair“. Allein Richard Shores‘ Musik zu zwei Episoden der vierten Staffel ist wieder mit beträchtlichen Laufzeiten bedacht worden. Allerdings sind die ausgewählten Stücke selbst oft über zwei Minuten lang und gut hörbar „durchkomponiert“. Langeweile wegen zu bruchstückhafter Suspense-Musik kommt bei Shores so keine auf. Gerald Frieds Exotismen führen den Hörer dieses Mal unter Anderem in „The Deadly Goddess Affair“ nach Indien und Paris („The Napleon’s Tomb Affair“).

Der Hörfluss wird durch für sich stehende, ansprechende Source-Musik verstärkt, die zwischen den einzelnen Suiten zu den Episoden eingestreut wurde. Hierbei werden nicht selten Musiken für auf Vol. 1 veröffentlichte Episoden „nachgereicht“ wie der griechisch anmutende „Lawrence Welkapopolis“, Gerald Frieds aus „The Alexander The Greater Affair“ oder der „Solo Bossa Nova“ Robert Drasnins für „The Dippy Blonde Affair“. Andere Episoden hingegen sind nur mit einem Stück Source-Musik vertreten („The Pop Art Affair“).

Neben je einem Arrangement von Goldsmiths originaler Titelmusik zu allen vier Staffeln gibt es auch hier erstmalig Musik aus den (immer aus den Doppelfolgen zusammen geschnittenen) Kinofilmen zu hören. Ein weiterer Höhepunkt dürfte die von Nelson Riddle für den Zweiteiler „The Concrete Overcoat Affair“ komponierte Musik sein, die bei den Fans und erst recht bei Produzent Norman Felton wegen ihres altmodischen Klanges nicht gut ankam, der sehr an die zu gleicher Zeit von Riddle vertonten Batman-Folgen erinnert. Im Beiheft wird ein Brief zitiert, den Felton noch vor Ausstrahlung der Folge an Riddle schrieb, in dem er dem Komponisten in unhöflichem Tonfall mitteilt, dass er in Zukunft lieber die Finger von Projekten wie The Man From U.N.C.L.E. lassen solle. Riddle wurde auch später nie wieder für ein Felton-Projekt engagiert. Tatsächlich hört sich die Musik zu dieser Folge mit dem glatten Bigband-Klang im Gegensatz zu Frieds poppigen Musiken oder den düsteren Kompositionen Drasnins und Shores’ mit ihren modernistischen Einsprengseln deutlich altmodischer, wenn nicht gar antiquiert an. Umso mehr verwundert es, dass Riddles Musik trotzdem häufiger in folgenden Episoden eingesetzt wurde.

Neben den gewohnt satten Laufzeiten beider CDs zeigt sich FSM auch bei der Ausstattung des Sets von der besten Seite. Wieder wurde der Text von Jon Burlingame verfasst und informiert den Leser über die einzelnen musikalischen Beiträge und ihre Verwendung in der jeweiligen Episode und im Verlauf der Serie. Das Gros der Musik ist in klanglich sehr klarem und frisch erhaltenen Mono vertreten während die Shores-Musiken zur vierten Staffel und die Musik für die Kinofilme sogar in gutem Stereo zu hören sind. Auch hier wurde wieder mit größter Sorgfalt gearbeite,t um das bestmögliche klangliche Ergebnis zu erzielen.


Gerrit Bogdahn, 05.10.2011
Details zum Soundtrack



I. Die Musik

4 von 6 Punkten


I. Die Alben

-OST-

Spielzeit:
6 von 6 Punkten
Klangqualität:
4 von 6 Punkten
Schnitt:
4 von 6 Punkten
Begleittexte:
6 von 6 Punkten

Unterhaltung:
4 von 6 Punkten
Anspruch:
2 von 6 Punkten


Letzte Änderung: 19. 1. 2013 | Webmaster: Jonas Uchtmann | © Layout dieser Website by Adrian Werner & Jonas Uchtmann, 2002–2013.