David Arnold -
Bleibt nur noch Godzilla selbst, eine tropische Echse (Waran), die durch französische Atombomben-Tests zum überdimensionalen Ungeheuer mutiert ist. Die filmische Action ist – dank dieses Hauptdarstellers – gelungen und überzeugt durchgängig (allerdings sehen die teuren CGI-Animationen billig aus, reichen nicht annähernd an die liebevollen ID4-Modellbauten heran). Und so legt auch Komponist David Arnold seinen Vertonungsschwerpunkt auf die Echse und liefert mit seinem Score erneut eine überdurchschnittliche Arbeit ab, die Freunde von ID4 und Stargate begeistern dürfte. Thematisch arbeitet Arnold mit dem Element des Unbekannten und Versteckten. In weiten Teilen des Films weiß niemand, mit wem man es zu tun hat. Die Echse hält sich versteckt und stellt ihre Jäger wiederholt vor Rätsel.
Arnold hat mit den „Opening Titles" einen guten Einstieg gefunden, der ID4-Liebhaber zuversichtlich nach vorne schauen lässt. „Looking for Clues" beginnt mit einem mysteriösen Glockenspiel-Leitmotiv, welches sich durch den ganzen Score zieht und die Riesenechse charakterisiert. In Track 10 hören wir dieses gelungene Leitmotiv auch von einem Xylophon gespielt. Auffällig an der gesamten Arbeit ist Arnolds Hang zur polythematischen Konzeption. „Fishing with Gojira" verknüpft in dieser Hinsicht Neues mit schon aus den vorangehenden Tracks Bekanntem. Jeder, der den Track „Base Attack" aus ID4 mag, ist mit „No Need to Panic" bestens bedient: Da gibt es prächtige Hörner, die einmal nicht dissonant, sondern geschmeidig und tonal eingesetzt werden, und vom Arnold-typischen Synthie-Bass untermalt werden, wobei sich hin und wieder das Glockenspiel-Leitmotiv hervortraut und ein völliges Entspannen des Publikums verhindert. Intelligent ist das feierlich intonierte Horn-Thema, das aber durch gelegentliche Einschübe des Leitmotivs in der Wirkung subversiv beschnitten wird. Die Tracks fünf, sechs und sieben („The Plan", „The Bait", „Rampage and Pursuit") lassen sich in einer Linie besprechen: Abermals beschleicht den Hörer das Gefühl des Unbekannten, erzeugt durch Streicher und zeitweise fragende Holzbläser, gefolgt von musikalischer Erleichterung durch ein prunkvolles Orchester-Tutti. Ähnliches lässt sich auch in „The Bait" beobachten. „Rampage and Pursuit" ist hingegen ein verspielter Actioner, mit schmissigen Blech-Trillern, wulstigem Chorgesang und Tempi, die einem Feuersturm gleichkommen. Interessant auch der markante Rhythmus, der sich – mit etwas Phantasie – so anhört, als würde jemand auf der Echse reiten. Ein echter Genuss!
Fazit: Dass der Film nicht den erwarteten Erfolg hatte (sondern sogar gefloppt ist), liegt mit Sicherheit nicht an der gelungenen musikalischen Ausstattung. Godzilla ist haarscharf an der Möglichkeit eines Riesenerfolges vorbeigeschlittert: Emmerich hat ein paar kleinere Fehler bei der Ausarbeitung von Charakteren und der Gruppendynamik gemacht, was sich jedoch in der Wirkung fatal potenziert hat (besonders nervig: Matthew Broderick und Maria Pitillo als Liebespaar). Interessantes Detail am Rande: Der Regisseur hat mit Godzilla auch auf die sinnlosen und für die Natur verheerenden Atomtests im französischen Muroroa-Atoll aufmerksam gemacht; bei diesen Tests sind bis heute Tausende von Menschen schwer geschädigt worden. Hinzugefügt Dezember 2007: Neben einer Veröffentlichung als promotional release hat sich La-La Land Records der Musik im Jahr 2007 angenommen, und eine Doppel-CD herausgebracht mit über 100 Minuten Spielzeit und vier Bonustracks. Details zum Soundtrack I. Die Musik
I. Die Alben -CD-
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Der erste Cue („Opening Titles") kann mit Track 3 aus
Ruhigere Momente finden sich in „Top Secret Videotape" und „Nick Off the Project".