Elliot Goldenthal -
Den Film selbst muss man eigentlich nicht unbedingt kennen, außer der Schönheit Sandra Bullock bietet das Spektakel leider nur recht platte Dialoge, einen ziemlich albernen Wesley Snipes und natürlich den sich durch 110 Filmminuten prügelnden Sylvester Stallone, der sich in diesem Streifen selbst auf die Schippe nimmt. Zurück zum Score: Goldenthal schuf eine wilde, schonungslose Musik, bestehend aus klassischen orchestralen Elementen und hektischen Techno-Beats, die an manchen Stellen aber auch schnell nervtötend wirken können, wie zum Beispiel im Track Nr. 9, „Subterranean Slugfest" oder auch im 12. Track, „Obligatory Car Chase". Als besonders störend empfand ich den vorletzten Track, „Code 187", der fast nur aus aneinander gereihten Synthesizereffekten und Techno-Samples besteht. Die übrigen Stücke sind jedoch alle fabelhaft auskomponiert und kunterbunt orchestriert, allen voran der hinreißende „Machine Waltz", der sich in der zweiten Hälfte zu einem wunderbar chaotischen, sich immer weiter zuspitzenden Durcheinander im Orchester entwickelt und einem fast die Lautsprecher der Stereoanlage pulverisiert. Auch im Track „Action, Guns, Fun" lässt Goldenthal die Blechbläser zu Höchstformen auflaufen und zieht alle Register in Sachen Actionscoring. Ein weiteres Highlight der CD ist das anmutende „Dies Irae", das den Score eröffnet. Aber auch die ruhigeren Momente des Scores können überzeugen, wie etwa das von einem Synth-Piano begleitete „Defrosting" oder auch der dritte Track, „Guilty As Charged" (der Main Title des Films), in dem deutliche Parallelen zu einigen Passagen aus Goldenthals späterem Score zum Sci-Fi-Thriller Sphere zu erkennen sind. Das ruhige Klavier im Hintergrund, eine Harfe und die sphärischen Bläser der Marke Goldenthal verbinden sich zu einem atmosphärisch dichten und mysteriös-unheimlichem Stück. Der für Elliot Goldenthal ungewöhnlich romantische Schluss-Track „Silver Screen Kiss" bietet einen schönen Abschluss zu einem wirklich gelungenen Score. Die Veröffentlichung von Varèse Sarabande hat eine ziemlich knappe Spielzeit von nur ca. 30 Minuten, bietet aber einen guten Schnitt durch Goldenthals Score und bildet so ein recht gut fließendes Höralbum. Das Coverdesign ist sehr schlicht, auf dem Frontcover ist nur der Titel vor einer Flammenfront zu sehen und das Backcover ist einfarbig (blau), leider ohne Abbildungen oder Fotos aus dem Film. Im zweiseitigen Coverblättchen sind leider auch keine weiteren Informationen zu Film oder Musik zu finden, nur zwei Schwarz-Weiß-Fotografien der Hauptdarsteller. Das sind jedoch nur Kleinigkeiten, die keinesfalls vom Kauf der CD abraten. Goldenthal hat eine atemberaubende filmmusikalische Achterbahnfahrt geschaffen, die die Gewalt und die ironische Sichtweise des Films perfekt wiedergibt. Ein überdurchschnittlicher Goldenthal-Score, der trotz der kurzen Spieldauer und des manchmal ein wenig enervierenden Einsatzes unmelodischer Synthesizer-Effekte eine Bereicherung einer jeden Filmmusik-Sammlung ist. Details zum Soundtrack I. Die Musik
I. Die Alben -Elliot Goldenthal-
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Elliot Goldenthals Score zum 1993 entstandenen Actionfilm Demolition Man mit Sylvester Stallone, Sandra Bullock und Wesley Snipes in den Hauptrollen kann zwar nicht zu seinen hervorragendsten Filmmusiken gezählt werden, ist aber dennoch ein unterhaltsamer und bissiger Actionscore voller Ironie und aggressivem Orchester-Bombast.