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Rezensionen - Gettysburg
 


Randy Edelman
-

Für eine TV-Produktion macht das knapp vierstündige Epos wahrlich großen Eindruck: Mit sehr viel Liebe zum Detail in der Ausstattung, den Kostümen und der Maske wurde versucht, die damalige Zeit wieder aufleben zu lassen. Die dreitägige Schlacht um Gettysburg und die Entwicklungen, wie es überhaupt dazu kam, werden genauestens rekonstruiert; unglaublich viele historische Persönlichkeiten gehören zu den Protagonisten. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen zum amerikanischen Sezessionskrieg ist dieser sehr südstaatenlastig, was dem Wert des Filmes allerdings keinen Abbruch tut.

Für die Musik war Randy Edelman verantwortlich, der wieder sein gewohntes Gemisch aus echten Orchesterklängen und synthetischen Klangteppichen präsentiert, wobei der Charakter unglaublich pathetisch ist. Der Score strotzt nur so vor Pathos und teilweise schrammt die Musik nur ganz leicht am Kitsch vorbei. Mit nahezu jedem neuen Stück präsentiert Edelman eine weitere Stufe triefenden Bombasts, bis schließlich das Haupt- und diverse Seitenthemen im Schlusstitel ein über drei Minuten langes Feuerwerk abgeben. Wirbel von Pauken, großer und kleiner Trommel kündigen jeden Ausbruch in der Melodie an, der oftmals noch von Röhrenglocken gekrönt wird. Fette Streicher ergeben mit den elektronischen Teppichen ein aufgeblasenes Klangbild, welches von strahlendem Blech durchsetzt ist. Außerdem ergänzt Edelman den Klangkörper noch um Westerngitarre und Mundharmonika, die allerdings auch im pathetisch-melodischen Teil zum Einsatz kommt. Authentisch folkloristische Elemente findet man hier absolut nicht.

Wenn man Pathos mag und auf unglaublich hymnische Melodien und Themen steht, ist man hier an der richtigen Adresse. Störend wirkt sich nur der stete und überflüssige Gebrauch des Synthesizers aus, der sich über die Streicherteppiche und Bläserstimmen legt und der Musik einen billigen und teilweise wabernden Grundcharakter verleiht, der nicht nur absolut fehl am Platz, sondern auch störend ist. Edelman hatte allem Anschein nach einen kompletten Orchesterapparat zur Verfügung – warum also die Musik durch elektronische Elemente ruinieren?

Die Milan-CD enthält 55 Minuten Musik voll fetter Themen und Instrumentierungen in sauberer Tonqualität. Der Klang wird höchstens durch die elektronischen Anteile in der Instrumentierung beeinträchtigt. Neben der Einzel-CD existiert auch noch eine 2-CD-Edition im doppelstöckigen Buchformat. Diese enthält auf der ersten CD den Albumschnitt und auf dem zweiten Silberling alle bisher unveröffentlichten Titel, die insgesamt jedoch von nicht annähernd so großer Wirkung sind. So finden sich die pathetischen Leckerbissen auf CD 1, die zweite CD dümpelt ziemlich vor sich hin. Es sei also geraten, sich selbst eine Komplettfassung in chronologischer Reihenfolge zu erstellen; ob die mittlerweile vergriffene und daher teure 2-CD-Ausgabe überhaupt von Nöten ist, sollte man sich ohnehin überlegen, da die Einzel-CD alle wichtigen Momente enthält und gut zu unterhalten vermag, wenn man in Stimmung auf diese Art von Musik ist.

Diese Rezension erschien zuerst auf www.soundtrack-board.de.

 
Gerrit Bogdahn, 30.06.2010


Details zum Soundtrack



I. Die Musik

3.5 von 6 Punkten


I. Die Alben

-OST-

Spielzeit:
5 von 6 Punkten
Klangqualität:
4 von 6 Punkten
Schnitt:
4 von 6 Punkten
Begleittexte:
2 von 6 Punkten

Unterhaltung:
4 von 6 Punkten
Anspruch:
2 von 6 Punkten


Letzte Änderung: 14.08.2010 | Webmaster: Jonas Uchtmann | © Layout dieser Website by Adrian Werner & Jonas Uchtmann, 2002–2010.