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Specials - The Terminator


Brad Fiedel
-

Dr. James Camerons erster Film war – nach dem italienischen Piranha II-Debakel – Der Terminator. Camerons intelligentes Drehbuch erzählt eine David-gegen-Goliath-Geschichte.

In der Zukunft tobt ein Krieg zwischen den mittlerweile autonom agierenden Maschinen und deren Widersachern, der menschlichen Resistance. Beide Lager schicken nun mit Hilfe der Zeit-Verschiebungs-Ausrüstung jeweils einen Kämpfer in unsere Gegenwart. Der eine ist eine Maschine in Menschengestalt (Terminator), der die Aufgabe hat, die junge Studentin Sarah Connor umzubringen, damit diese nicht den Anführer der zukünftigen Resistance gebiert. Bei dem anderen handelt es sich um Sergeant Kyle Reese, Entsandter vom „Technischen Commando DN38416", der die zukünftige Mutter Sarah Connor vor dem gefährlichen Cyborg beschützen soll.

Nach einer kurzen und exzellent geschnittenen Szene des Krieges der Menschen gegen die Maschinen sehen wir einen von Ernest D. Farino entwickelten Vorspann, begleitet von Brad Fiedels Kultmusik: Nachdenklich einprägsame Melodie (0.40), gespielt von alleine im Raum stehender Synthi-Trompete. Im Verlauf wird das Main Theme schmissiger durch ein Abwechseln zwischen snare drum und metallischen Amboss-Schlägen (2:19), zu welchen sich noch eine fünfzig Sekunden lange Fermate hinzugesellt (2:27), und so diverse in Film folgende Anspannung antizipiert. Das beliebte Thema dieser Musik wird noch zwei weitere Male auffällig: Sowohl bei der Liebesszene, bei der Reese seinen Sohn John Connor zeugt, als auch am Schluss des Films zur musikalischen Untermalung der End Credits.

Die ersten Szenen des eigentlichen Films stellen dem Zuschauer die verschiedenen Charaktere vor. Hier haben wir die junge Sarah Connor, die ihr Studium durch Kellnern finanziert und lebensunerfahren bis naiv wirkt. Im Gegensatz dazu steht der Soldat Kyle Reese, ein zäher und beharrlicher Kämpfer, der sich sofort auf die Suche nach Sarah macht. Als erstes macht man allerdings Bekanntschaft mit Arnold Schwarzenegger in der Rolle des gefährlichen Terminators. Um die Bedrohlichkeit und Dominanz des Cyborgs zu verstärken, hat Brad Fiedel ein eigenes Motiv entwickelt, das aus einem synkopierten Bass-Rhythmus (der Bauart betont-unbetont-unbetont-betont) besteht. Der Zuschauer hat so immer das unterschwellige Gefühl, dass diese Kampfmaschine weder (Zitat) „Mitleid, noch Reue noch Schmerz kennt" und „vor nichts halt macht – vor gar nichts – bis Sarah Connor tot ist.„ Der Vorteil liegt zu Anfang bei Reese, hat er doch ein Foto von seinem Zielobjekt und kann dieses sofort identifizieren. Der Cyborg agiert hier wesentlich gröber: Alle Frauen mit Namen Sarah Connor werden – entsprechend dem Eintrag im Telefonbuch – der Reihe nach umgebracht. Allerdings wird die zu terminierende Sarah durch die Fernsehnachrichten darauf aufmerksam, dass ihre Namensvetterinnen von einen „wahnsinnigen Telefonbuchkiller" ermordet wurden, und ruft von der Bar „Tech Noir" aus die Polizei. „Schwarze Technik" ist kein zufällig gewählter Name für diese Bar, vereiteln doch immer wieder Maschinen den Erfolg von Polizei und Kyle Reese: Sei es der „Bereitschaftspiepser" des Polizeipsychologen Silberman, der verhindert, dass der Terminator gesehen wird, oder der Anrufbeantworter der Wohngemeinschaft, der die Stimme der echten Sarah aufnimmt, während der Cyborg zuhört! Wenn in der Bar die Gäste zu diverser Musik („Burning in the Third Degree") tanzen, kommt es zum ersten Zusammentreffen der drei Akteure.

Während der Cyborg versucht, Sarah Connor per Kopfschuss auszuschalten, stellt sich Reese dazwischen. Wildes Geballer, reichlich splitterndes Glas, schreiende Gäste und rot-blau blinkende Lampen machen diese Szene zum ersten Moment höchster Spannung. Durch eine zähe und traumsymbolhaft bizarr wirkende Musik hat der Zuschauer nun das Gefühl, dass der Terminator vor nichts halt macht, um sein Ziel zu erreichen. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd sieht man einige Szenen durch die Augen des Terminators: Ein rot eingefärbtes Bild, auf dem sich allerlei Computerausgaben tummeln. Leckerbissen für Assembler-Profis: Unter anderen hat man den Quellcode eines 6510/6502 Prozessors eingeblendet (u.a. Routine: SETUP), einschließlich diverser Hexadezimaldumps, welche in Blockausgabe formatiert wurden. Besonders intelligent ist jetzt der weitere Verlauf. Um das Tempo des Films immer auf einem hohen Niveau zu halten, lässt Cameron die Handlung des Films vorzugsweise während der Verfolgungsjagden erklären. So bleibt dem Zuschauer keine Zeit, um zur Ruhe zu kommen, eventuell aufkommende Fragen werden sofort beantwortet.

Psychologisch ausgefeilt ist auch das Verhör in der Polizeistation. Nachdem Reese und Sarah auf der Flucht vor dem Cyborg verhaftet worden sind, wird Reese vom Polizeipsychologen Dr. Silberman verhört. Dr. Silberman ist ein klassischer Klischee-Psychologe mit den üblichen Klischee-Symptomen: Bereitschafts-Piepser, schlurfend-gleichgültiger Gang, Neigung zum Grimmasieren, leichter Blähbauch, der Blick fürs Wesentliche fehlt, Haarausfall (Alopezie frontalis) ... Hatte Reese zu Anfang noch ein gewisses Verständnis für die Fragen des Psychologen und der Polizei, erlebt der Zuschauer ihn jetzt sehr wütend, als er merkt, dass man ihn nicht ernst nimmt. Reeses starker Affektausbruch – gezeigt als Video-Aufzeichnung im Rahmen einer Polizeibesprechung (in der Wirkung potenziert durch eine sieben sekündige Fermate) – überträgt sich natürlich auf das Publikum Dieses fühlt mit dem Soldaten und schreit – völlig unbewusst – nach Rache, welche es auch bekommt: Der Terminator betritt das Polizeigebäude und vernichtet 17 Polizeibeamte und natürlich auch diejenigen, die Reese keinen Glauben schenken wollten. Dieser asymmetrische Trick funktioniert bestens: Der Feind (also der Cyborg) wird dramaturgisch vorrübergehend als „Freund" definiert, um einen möglichst starken Kontrast (Wut/Rache) zu schaffen. Das Publikum kann sich so gefühlsmäßig der Handlung nicht mehr entziehen und baut eine starke emotionale Bindung zu den Filmfiguren auf. Dieser emotionale Schwenk dürfte funktionieren bis Lieutenant Ed Traxler erschossen wird. Dieser war für den Zuschauer ein subtiler Sympathieträger, hat er doch durch Gestik und Mimik zu verstehen gegeben, dass er dazu neigt, Reese zu glauben. Wenn Arnold Schwarzenegger als Terminator durch die Polizeistation marschiert, präsentieren sich auch die akustischen Effekte gefällig: Stiefelklicken, welches beim Gehen entsteht, Waffengeklirre beim Durchladen und Magazinwechsel, einschließlich der durchdringenden Schussgeräusche, lassen den Cyborg unaufhaltsam erscheinen, während die Polizisten ihm hilflos ausgeliefert sind.

Nachdem Sarah und Kyle entkommen sind, mieten sie sich im „Tiki Motel" ein; hier lernt Sarah, wie man Sprengstoff und Granaten herstellt. Interessant ist ihre Entwicklung: Zu Begin eher rezeptiv, naiv und schwach, ergreift sie erstmalig während der Liebesszene mit Kyle Reese die Initiative. Er liegt unten, während sie auf ihm sitzt und sich dem Liebesspiel hingibt. Dies ist eine weitere filmische Schlüsselszene, da zum einen Sarah nun schwanger mit John Connor geht (der in Zukunft Kyle Reese in die Vergangenheit schickt), und zum anderen weil Reese angeschossen wird und Sarah gegen Schluss auf sich alleine gestellt sein wird. Zur musikalischen Untermalung greift Brad Fiedel nochmals das Main Theme auf, fast durchgängig von einem Synthesizer-emulierten Klavierklang in tiefem Moll gespielt. Nach einer weiteren Verfolgungsjagd und diversen Schreckmomenten findet der Showdown in einer Fabrik statt, die vollgestopft ist mit Fertigungsrobotern und Fliessbandstrassen. Der Terminator (mittlerweile nur noch aus einem Endoskeleton bestehend) humpelt unseren beiden Helden hinterher, bis es Kyle Reese gelingt, diesen mit seiner letzter Granate in Stücke zu reißen und zu zerfetzen. Nachdem Reese durch herumfliegende Trümmer getötet worden ist, zieht sich Sarah einen Metallsplitter aus dem Bein, und wird von dem noch funktionstüchtigen Oberkörper des Cyborgs weiter verfolgt. Da Sarah (durch die Verletzung am Bein) nicht mehr laufen kann, kriecht sie vor den Überresten des Cyborgs her und lockt diesen schließlich in einer hydraulische Presse, wo dieser zerquetscht, wird. So findet der Terminator doch noch den „Tod" durch eine Maschine, wo doch vorher alle Maschinen (Piepser/Anrufbeantworter/Walkman etc.) ein Entdecken des Terminators vereitelt hatten.

Am Ende resümiert Sarah Connor im Rahmen eines Monologes. Traurig aber voller Hoffnung macht sie ihrem fremden Liebhaber aus der Zukunft eine rückwirkende Liebeserklärung und zeigt sich bereit für einen etwaigen Kampf der Menschen gegen die Maschinen. Sie startet ihren Geländewagen (Aufschrift: „Renegade") und fährt vom lauten Donnergrollen begleitet dem weiten Horizont entgegen, während letztmalig Fiedels Hauptthema aufspielt.

James Cameron – der im Laufe seiner Filmkarriere die Ehrendoktorwürde verliehen bekam – hat mit The Terminator einen epochemachenden Film entwickelt. Dichte Dramaturgie, eng verschachteltes Drehbuch, Affektstark bis zur allerletzten Sekunde präsentiert sich The Terminator ungeheuerlich spannend und unterhaltsam: ein absolutes Muss für jeden Science-Fiction Liebhaber.
Oliver M. Strate, 21.11.2003


Details zum Soundtrack

I.Der Film

Casting:
5 von 6 Punkten
Drehbuch:
6 von 6 Punkten
Ausstattung:
4 von 6 Punkten
Anspruch:
4 von 6 Punkten
Unterhaltung:
6 von 6 Punkten


II. Die Musik

2.5 von 6 Punkten


III. Die Alben

-CD-

Spielzeit:
3 von 6 Punkten
Klangqualität:
2 von 6 Punkten
Schnitt:
4 von 6 Punkten
Begleittxexte:
3 von 6 Punkten

Unterhaltung:
4 von 6 Punkten
Anspruch:
3 von 6 Punkten

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