
Was lange währt, wird endlich gut
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Wie Die Rache der Sith zwischen Klamauk, Rührstück und Tragödie changierend doch noch Manches zum Guten wendet
Teil Drei der Star Wars-Hexalogie handelt auf 146 Minuten vom Untergang der Alten Republik, wie man sie in den Episoden I und II kennen gelernt hat. Die alles entscheidende Frage, warum Anakin Skywalker zum Schurken Darth Vader wurde, soll hier abschließend geklärt werden. Alle Kritik an der filmischen Umsetzung, gleich welcher Prägung, entleert sich nun abermals an einer einzigen Person: George Lucas, der wie in den ersten Folgen der Prequel-Trilogie für Regie und Drehbuch von Episode III verantwortlich zeichnet.
Achtung: Der folgende Kommentar enthüllt zum Teil wesentliche Details der Filmhandlung von Rache der Sith. Sollten Sie den Film noch nicht gesehen haben, sei Ihnen zunächst nur die Lektüre des zweiten Kommentars von Matthias Noe empfohlen!
Kommentar von Jonas Uchtmann
Wenn in den ersten 20 Filmminuten von Episode III Hayden Christensen und Ewan McGregor erneut ziel- und planlos vor der Bluescreen agieren, sinken die Erwartungen ins Bodenlose, schon jetzt scheint das computergenerierte Chaos perfekt. Mit stilvoll explodierenden Raumschiffen, Droiden-Slapstick und Jedi-Action lässt sich der letzte Teil von George Lucas’ Star Wars-Hexalogie mit gewohnt protzigem Effektgewitter an. Als hätte Lucas aus dem Fiasko der filmischen Vorgänger The Phantom Menace und Attack of the Clones nichts gelernt, spult er im Orbit über Coruscant Materialschlachten nach Schema F ab. Nicht nur, dass ILM mehrere Dutzend unablässig feuernde Raumer und grellbunte Schlachtenszenarien ernüchternd leblos in Szene gesetzt haben. Indem Obi-Wan und Anakin Skywalker die Belagerungsflotte der Separatisten quasi im Alleingang in die Flucht schlagen, wertet Lucas die Prequels dramaturgisch noch weiter, nämlich in Richtung absoluter Bedeutungslosigkeit, ab. Dass außerdem der in Episode II mit großem Tam-Tam eingeführte Count Dooku, gespielt vom bedauernswerten Christopher Lee, diese erste Schlacht nicht überleben wird, überrascht kaum: In nicht einmal dreißig Sekunden wird der hoffnungslos unterentwickelte Charakter wie nebenbei mit dem Lichtschwert seziert.
Neben teilweise herrlich trockenen Kommentaren der vom fiependen Sympathieträger R2 malträtierten Droiden leitet die Schlacht von Coruscant jedoch auch in einige gelungene Handlungsstränge des Films über. Hervorhebenswert sind vor allem die Szenen um General Grievous, den feigen, unablässig hustenden Anführer der Separatisten. Dieser verbringt die erste Filmhälfte hauptsächlich damit, der eigenen Vernichtung durch Flucht vor den Jedis zu entgehen. Als er schließlich in die Ende getrieben wird, ist das Resultat eine der unterhaltsamsten Kampfszenen des Films. Obi-Wan muss gegen den mit vier Lichtschwertern kämpfenden Grievous antreten, wobei neben dem exzellent zugeschnittenen Leinwandgeschehen auch John Williams' Musik hervorragende Qualitäten entfaltet. Wie sorgfältig der Komponist insbesondere Grievous musikalisch illustriert hat, wird so manchem Kritiker der Musik erst an dieser Stelle aufgehen.
Es liegt in der Natur der Sache, dass Lucas’ letzter Star Wars-Film keine Spannung über den Handlungsverlauf als solchen erzeugen kann. Entscheidend ist nicht, dass Anakins Verrat stattfindet, sondern wie. Vor den (Computer-erzeugten) Kulissen des unablässig in Abendrot gehauchten Coruscants muss der Zuschauer emotional weiterhin in den Film involviert bleiben. Dies gelingt Lucas mit mehr Erfolg als erwartet, insbesondere die inszenatorische Vorbereitung des filmischen Wendepunktes kann sich sehen lassen. Nicht zuletzt dank der nunmehr akzeptablen mimischen Leistung Christensens wird Anakins Loyalitätskonflikt glaubhaft transportiert: Von den Jedi brüskiert und gezwungen, seinen väterlichen Freund Kanzler Palpatine auszuspionieren, sucht er ein Refugium im trauten Heim. Hier setzt dummer Weise die blasse Romanze des Vorgängers (samt ihrer sinnentleerten Dialoge) erneut ein, wird jedoch (gottlob!) durch die Alb vom Tod der Senatorin recht bald überschattet.
Unaufhaltsam nähert sich das Drama seiner Peripetie: Anakins Furcht um Padmé wird von Kanzler Palpatine schamlos ausgenutzt. Der von Ian McDiarmid charismatisch verkörperte Sith-Lord offenbart Anakin Fähigkeiten, mit denen die Senatorin vor dem sicheren Tod bewahrt werden kann. Im Gegenzug fordert Sidious Verrat an den Jedi. Anakin scheint zunächst zu gehorchen, bereut seinen Verrat jedoch umgehend, wendet sogar kurz das Lichtschwert gegen den Kanzler, nur um sich in der nächsten Einstellung dem vor diabolischen Vergnügen hysterischen Palpatine erneut zu unterwerfen. Ein Motiv für Anakins zweiten Sinneswandel bleibt uns Lucas dabei schuldig: Ein gähnender Logikfehler, der auch in einem reinen Unterhaltungsfilm nicht zu entschuldigen ist.

Das letzte Filmdrittel beschreibt die von Sidious minutiös geplante Demontage der Republik. Während in der gesamten Galaxie ahnungslose Jedi-Ritter von Klonkriegern erschossen werden, metzelt Darth Vader im Jedi-Tempel unschuldige Kinder gnadenlos nieder. Der Nachtmahr nimmt so seinen Lauf: Im Senat setzt Lord Sidious die Spielregeln der Demokratie außer Kraft und ernennt sich zum Imperator – unter dem Beifall der anwesenden Senatoren. Die fatalistische, in düsteren Tönen auf die Leinwand gebannte Szene wird vom requienhaft aufspielenden Score kongenial unterstrichen. Tatsächlich handelt es sich innerhalb der Prequel-Trilogie um den ersten Szenenkomplex, der zumindest weitestgehend eine emotionale Sogwirkung hervorruft. Auch die Symbolkraft mancher Aussage ist beachtlich: „So stirbt die Freiheit ... unter tosendem Applaus“, resümiert treffend Senatorin Padmé.
Im Finale von Episode III verliert Lucas die politische Dimension etwas aus den Augen, greift statt dessen zu religiösen Allegorien. Wenn in den Lavaströmen des Höllenplaneten Mustafar Obi-Wan und Anakin zum letzten Duell antreten, durchweht das Kino mehr als nur ein Hauch von Apokalypse. Ebenfalls mit metaphorischem Geschick inszeniert ist die Konfrontation Yoda vs. Imperator in der Senatskuppel. Beide bestechend choreographierten Szenen enden übrigens ohne Sieger: Während die sterbende Padmé auf Naboo im Martyrium für die Freiheit Luke und Leia gebiert, erwacht weit entfernt Darth Vader wie Phönix aus der Asche. Nun darf er endlich jenen schwarzen Anzug, jene Maskerade des Schreckens anlegen, die ihn zur Kultfigur werden ließ.
Fehlt noch die (beinahe vorbehaltlos) gelungene Brücke zu Episode IV, deren filmisches Niveau Lucas im Finale durchaus erreicht. Der Regisseur beschließt seine Hexalogie fast idyllisch mit einer Einstellung der Sonne über Tatooine, Komponist Williams pariert mit einer gekonnten Themenrevue für die getrennt aufwachsenden Zwillinge Luke und Leia. So enden Film und Filmmusik ähnlich stimmig, wie sie einst begonnen haben. Durch ein letztes, eher mildes Statement des Themas der Macht, das in den Abspann überleitet, wird der Kreis nach 28 Jahren geschlossen. ( 29.06.05 )
Kommentar von Matthias Noe
Letztendlich ist es so weit: Die Star Wars-Hexalogie liegt den Kinogängern und Filmbegeisterten in diesen Tagen in ihrer Gänze ausgebreitet vor. Was 1977 als billig produziertes Weltraumabenteuer, als Film für Sonntagnachmittage im Fernsehen angedacht war, hat nunmehr mannigfaltige Blüten getrieben, seien es PC-Spiele, Bücher, Actionfiguren oder natürlich 5 Sequels, bzw. 2 Sequels und 3 Prequels. Der Mythos vom Krieg der Sterne ist ein populärer, einer in dem sich die Geschichte des für George Lucas erfüllten legendären ‚American Dream’ ebenso wiederfindet wie das Verlangen der Menschen nach dem Mythos selbst. 20 Jahre nach dem Erscheinen des Herrn der Ringe hatte Star Wars erneut einen Massenzulauf in eine in sich geschlossene, bessere (Fantasie-)Welt ausgelöst, in der das Gute und das Böse klar unterscheidbar waren, ein Blick genügte oftmals. In einer Welt, in der gerade die Amerikaner argwöhnten, überhaupt auf der Guten Seite zu stehen, in der die Grenzen zwischen der „dunklen“ und der „hellen Seite der Macht“ angesichts des Vietnamkrieges und der atomaren Bedrohung auch aus dem eigenen Hause verschwammen, etablierten Filme wie Apokalypse Now oder Taxi Driver einen zynischen Grundton im Kino. Die Popkultur jedoch schrie nach einem mythischen Sicherheitsnetz, als welches der Krieg der Sterne zumindest für zwei Stunden im dunklen Kinosaal ganze Arbeit leistete. Sicherlich haben der Film und seine Fortsetzungen Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter die Welt nicht verändert, ihr dafür aber einen in Krisenzeiten seit jeher dringend benötigten populären Mythos gegeben, als dessen kultische Handlungen sich das endlose Schlangestehen vor den Kinos und der Aufbau von Schreinen aus Actionfiguren durchaus verstehen lassen. Und hierbei ist nicht jeder Verweis auf den antiken Götterkult von der Hand zu weisen. In Australien sind die Jedis sogar eine offiziell anerkannte Religion, Ursache ist dabei allerdings ein kollektiver Scherz, den sich Tausende von Australiern (ihres Zeichens wohl zum Großteil Star Wars-Fans) bei einer ernsthaften Umfrage des Staates geleistet haben.
Sicherlich war es keine Ersatzreligion, die sich hier präsentierte, doch stillte Star Wars in profanster Art und Weise ein tief liegendes menschliches Bedürfnis, sich einer (pseudo-)metaphysischen Strömung zugehörig zu fühlen. Natürlich spielte dabei auch das Kino der 30er und 40er Jahre eine Rolle, die Swashbuckler-Filme mit Errol Flynn ebenso wie die Ritterfilme à la Ivanhoe, die fester Bestandteil des lucasschen Weltenentwurf waren und damit der Sehnsucht nach der guten alten Zeit Ausdruck gaben, in der Amerika noch der Anführer der freien Welt war. In Deutschland fungierte die Saga indirekt als weiteres Symbol für eine Identifikation mit den amerikanischen Werten.
Es hätte den Anhängern des Filmes sicherlich in die Hände gespielt, wenn all dies beabsichtigt gewesen wäre, der Schöpfer George Lucas als eine Art Orakel von Hollywood absichtsvoll sein Evangelium niedergeschrieben hätte. Doch abgesehen von der durch und durch professionellen Machart der Filme und ihrem überraschend schlüssigen mystischen Unterbau war den meisten doch klar, dass das Werk schlicht den Nerv der Zeit traf und das zu jener fast grotesken mythischen Überhöhung der Saga geführt hatte. Hinzu kam sicher noch, dass die Effekte einen technischen Quantensprung darstellten und man sich zum ersten Mal wirklich hineinfühlen konnte in große Weltraumschlachten und ferne Welten.
Im Nachhinein und für die Generation der nach 1977 Geborenen, die nur noch die Ausläufer dieses Hypes mitbekamen, stellt jedoch nichts die stückweite Entmystifizierung der Saga vortrefflicher zur Schau, als die Prequel-Trilogie, die sich die Vorgeschichte zu den Episoden 4 bis 6 zum Gegenstand macht. Bestehend aus den Filmen Die dunkle Bedrohung, Angriff der Klonkrieger und zuletzt nun Die Rache der Sith, erklärt diese neue Trilogie, wie aus einem kleinen jungen Namens Anakin Skywalker der sagenhafte Erzbösewicht der alten Trilogie wurde, Darth Vader. Und damit schickt die Reihe sich somit schon grundsätzlich an, einen Grundmythos von Star Wars teilweise zu entzaubern. Insofern hat Lucas wohl absichtsvoll versucht, den magischen Mantel seiner Schöpfung ein Stück weit abzustreifen, denn ohne Zweifel war der introvertierte junge Filmemacher 1977 derjenige, der von der Hysterie um sein Werk am stärksten überrascht war. Leider Gottes jedoch hat er sich im daraus folgenden Geldregen und der ausartenden Fanbewunderung allzu lange gesonnt. Wie das Ergebnis ausgesehen hätte, hätte Lucas die neuen Filme kurz nach den alten gedreht, mag man sich angesichts der bis zur tatsächlichen Umsetzung verstrichenen Zeit (16 Jahre) gar nicht ausmalen. So ist der Eindruck, den die neue Trilogie nun auf die Zuschauer macht, höchst zwiespältig. Mitte der 80er wäre Lucas beispielweise dazu gezwungen gewesen, auf digitale Effekte weitestgehend zu verzichten. Ein nicht wegdiskutierbarer Mangel der neuen Trilogie ist der Machbarkeitswahn, mit dem die neue CGI-Technik (CGI = Common Gateway Interface) eingesetzt wird. Von Episode 1 bis 3 stieg der Anteil digital nachbearbeiteten Szenen fast um das Doppelte und ließ die übelsten Wildwucherungen zu, von Jar Jar Binks bis zur jener unsäglichen türkisfarbenen Kreatur, die Obi-Wan in Die Rache der Sith als Transportmittel benutzt. Nun kann man dies noch als kreative Entscheidungen und im Zweifelsfall auch als Geschmackssache werten und darauf verweisen, dergleichen wäre ohne Computer nicht machbar gewesen, doch die Grenze eines sinnvollen Einsatzes von CGI-Animationen durchbricht Lucas in jeder der neuen Episoden mit Tempo 900 (der Höchstgeschwindigkeit eines Podracers). Wenn der vormals von Anthony Daniels dargestellte Roboter C-3PO in Episode 3 ohne ersichtlichen Grund gegen ein digitales Pendant ersetzt wird, so gut wie alle Klonkrieger – ihrerseits wie der goldene Roboter von menschlicher Gestalt und Bewegungscharakteristik und somit zumindest in Nahaufnahmen (!) zwangsläufig von realen Darstellern spielbar – aus dem Rechner stammen oder die in vieler Hinsicht beseelter wirkende Puppe des erwürdigen Jedimeisters Yoda durch einen teilweise seelenlos wirkenden Aerobicgnom aus dem Rechner ersetzt wird, stellt man sich doch die Frage, ob hier nicht doch Werbefilme für Industrial Light & Magic gedreht wurden. Eine besonders abgeschmackte, für manch einen geradezu makaber anmutende Entgleisung leisten sich die Pixeljongleure ganz zum Schluss von Episode 3: Eine digitale "Wiederbelebung" des 1994 verstorbenen Peter Cushing in der - in Eine Neue Hoffnung (1977) von ihm verkörperten - Rolle des Gouverneur Tarkin, natürlich in verjüngter Gestalt, noch knochiger und derart gestelzt gestikulierend als entspränge er einer technisch aufgemotzten Augsburger Puppenkiste. (Zum Thema digitale Menschen und CGI-Animation im Film verweise ich hierbei auf meinen Kommentar zu Final Fantasy: The Spirits Within.)
An dieser tricktechnischen Reinkarnation des britischen Charakterdarstellers wird besonders evident, dass der Wahn vom komplett steuerbaren digitalen Film der neuen Trilogie beträchtlichen Schaden zufügt, und sei es nur durch die allzu technikverliebten, teilweise unnötigen Actionsequenzen, denen oft genug jede Struktur abhanden kommt. Während die Weltraumschlachten, Schwertduelle und Verfolgungsjagden in der alten Trilogie zur Entwicklung der Charaktere und der Handlung genutzt wurden, verkommen sie hier allzu häufig zur bloßen Themenparkattraktion mit (gut gerenderter) Computerspielästhetik – die ersten 10 Minuten von Episode 3 sprechen Bände.
Es ist als Filmemacher auch nur allzu bequem, diesem Augen- und Ohrenschmaus nachzugeben, lassen sich dadurch doch Plotlücken oder eine teils hilflos wirkende Erzählweise scheinbar blendend kaschieren, muss man sich bereits während des Schreibens gar nicht erst damit herumärgern. Dass dieses Blendwerk jedoch nicht verdecken kann, dass manche (durchaus gut vorbereitete) Charakterentwicklung allzu holprig und überstürzt stattfindet (es muss ja noch soviel in einem Film untergebracht werden), bemerkt man nicht zuletzt in jener Szene, in der (der von Ian McDiarmid sehr gut dargestellte) Senator Palpatine sein wahres Gesicht zeigt und eine fatale Entscheidung Anakins heraufbeschwört, die den jungen Jedi auf die dunkle Seite zieht. Wie viel Potential hier angesichts der hektischen Erzählweise verschenkt wird – die Szene hätte zu einem Klassiker werden können. So bleibt sie zwar beindruckend, offenbart aber auch mangelndes filmemacherisches Raffinement. Man muss jedoch zugeben, dass der Film in den darauffolgenden Szenen qualitativ wahrhaftig anzieht. Begleitet von John Williams' düsterer Musik werden die Jedi zu Freiwild erklärt und Lucas schneidet die dramatischen Szenen von deren Todeskampf äußerst geschickt zusammen. Hier ist der Schöpfer von Krieg der Sterne noch mal in seinem Element und wäre die Vorarbeit nicht derart ungelenk gewesen und bliebe die Umsetzung nicht immer noch eine gehörige Spur zu effektverliebt, man könnte sich von nun an zurücklehnen und den souverän auf das unausweichlichen Ende zusteuernden Film endlich genießen. Gerade in der letzten halben, dreiviertel Stunde löst Lucas ansatzweise das Versprechen ein, welches die neue Trilogie den Kinogängern gab: Aufregende, packend inszenierte und geschickt mit der alten Trilogie verwobene Unterhaltung. Das Finale von Episode III entschädigt zwar nicht für die vielen Fehler, die ihm vorausgingen und ist selbst alles andere als frei von Schnitzern, Effektgeilheit (man muss es fast so nennen) und hölzernen Sprüchen, doch merkt man hier endlich, dass es Lucas doch um etwas mehr ging als Pomp und Pixelkrieger. Auch die losen Enden der Geschichte fügen sich im Hinblick auf die alte Trilogie fast ausnahmslos geschickt zusammen. Es bleiben kaum Fragen offen, viele werden zum Großteil sogar sehr vernünftig beantwortet.
Mit diesem fast schon versöhnlich stimmenden Schluss legt die neue Trilogie zwar ein sicherlich unebenes Fundament für die alte, aber immerhin ist aus ihr noch ein Fundament geworden. Eines, dessen größte Aufgabe es sein wird, die Zuschauer die alten Filme noch stärker wertschätzen zu lehren. Nicht nur, weil nun deren Vorgeschichte auf rein informeller Ebene gut dargelegt wurde, sondern auch, weil sie zeigt, dass es zwischen 1977 und 1983 keine Selbstverständlichkeit war, wenn derart gut gemachte packende Unterhaltung entstand. Sie weist dabei aber auch darauf hin, dass George Lucas alleine nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Erst jetzt kann man nämlich erahnen wie groß die Beteiligung fähiger Leute war - angefangen von Lawrence Kasdan bis zu Irvin Kershner -, die jenes Gesamtergebnis erst möglich machten, das als der Grundstein für das bis in die heutige Zeit reichende fantasievolle Unterhaltungskino seinen festen Platz in der Filmgeschichte einnimmt. In der unbeholfenen Form der neuen Trilogie mag man daran zweifeln, ob das Verfallsdatum dieser Form von Kino nicht doch bereits überschritten wurde, doch sieht man sich an, welchen Einfluss Star Wars nicht zuletzt auf Peter Jacksons Herr der Ringe-Verfilmung hatte, weiß man, dass das von Lucas geprägte Unterhaltungskino nach wie vor die Kraft hat, Kritikern und Zuschauern gleichermaßen zu gefallen. Sicher aber ist das ein Erbe, das auch ohne die neue Trilogie Bestand gehabt hätte. ( 29.06.05 )

